Vita

Ethno meets Spirit

„Ethnologen wandern zwischen den Welten – den äußeren wie den inneren. Als teilnehmende Beobachter nehmen sie allerhand Entbehrungen in Kauf. Wollen sie das Andere wirklich verstehen, sind sie mehr als einmal gezwungen, sich selbst und all ihr Wissen zu vergessen und ihre Komfortzone zu verlassen.

Gelingt ihnen das, merken sie, dass es die unterschiedlichsten funktionierenden Weltanschauungen und Formen des Miteinander gibt – oft sogar viel tauglichere. Ihre eigene Weltsicht relativiert sich.

Ethnozentrismus löst sich auf. Sie beginnen mit den neuen Impulsen zu spielen... Dabei verblassen die Grenzen von Sprache, Nationalität, unterschiedlichen Wegen, kulturellen Formen und wissenschaftlichen Disziplinen. Und manchmal, wenn sie es wirklich wollen und wenn sie Glück haben, dringen sie zum Wesentlichen durch: dorthin, worum es im Leben allen geht - jedem Menschen, jeder Gesellschaft, jeder Kultur. Aber auch der Erde, dem Kosmos, dem Ganzen. Ich wollte, und ich hatte Glück.“

Christina Kessler

Dr. phil. Christina Kessler

  • Geb. 1955
  • 1975-1987 Studium der Ethnologie, Soziologie, Vergleichenden Religionswissenschaften und Philosophie in Verbindung mit zahlreichen Feldforschungsetappen
  • 1981 Magister Artium mit einer Arbeit über „Die postmortalen Vorstellungen der Huichol-Indianer“
  • 1984-1987 Stipendium der Ludwig-Maximilians-Universität München zur Förderung besonders qualifizierter wissenschaftlicher Nachwuchskräfte
  • 1988 Promotion, Dissertation: „Hirsch, Mais und Peyote in der Konzeption der Huichol. Ursprung und Transformation eines Symbol-Komplexes“
  • Ausbildungen in Systemischer Familien- und Paartherapie, Transpersonaler Psychologie, Holotropic Breathwork und verschiedenen Formen der Atem-, Energie- und Bewusstseinsarbeit
  • Forschungs-Aufenthalte und Langzeitforschung in Mexiko (Schamanismus), Ladakh (tibetischer Buddhismus, Vajrayana, tibetische Medizin), Süd-Indien (Raja Yoga, Vedanta, Ayurveda) und Südostasien (Flow-Kultur der Seenomaden)
  • 1992 Entwicklung der Holistischen Energie- und AtemLehre, HEAL®
  • seit 2000 Entwicklung eines theoretischen und praktischen Ansatzes zur Selbst- und Weltrealisation mit dem Leitmotiv amo ergo sum®
  • seit 2003 Konzept und Leitung der Ausbildung zum Consultant for Interconnective Development – CID (BeraterIn für Selbstrealisation und Interconnective Bewusstseinsentwicklung) – „tiger“
  • seit 2013 Konzept der Amo Breathwork, einer Kombination der Holistischen Energie- und AtemLehre und der Technik des verbundenen Atmens.

Veröffentlichungen

1981 Die postmortalen Vorstellungen der Huichol-Indianer. LMU, München.

1988 Hirsch, Mais und Peyote in der Konzeption der Huichol – Ursprung und Transformation eines Symbolkomplexes. Klaus Renner Verlag, Hohenschäftlarn.

2002 amo ergo sum – ich liebe, also bin ich. Der Weg in eine neue Wirklichkeit. Arbor Verlag, Freiamt.

2003 amo ergo sum – Meditationen. Doppel-CD. edition amo ergo sum, München.

2005 amo ergo sum. Taschenbuchausgabe. Heyne, München.

2005 amo ergo sum – Das Arbeitsbuch. Heyne, München.

2005 Herzensqualitäten – Die Intelligenz der Liebe. Integral Verlag, München.

2009 amo ergo sum. Hörbuch. edition amo ergo sum, München.

2011 Wilder Geist – Wildes Herz - Kompass in stürmischen Zeiten. J.Kamphausen Verlag, Bielefeld.

2014 33 Herzensqualitäten – Die Intelligenz der Liebe. Neuauflage mit Kartenset: edition amo ergo sum, Berlin.

Forschung: Untamed-Wisdom-Journey

Bereits in ihrer Studienzeit widmete sich Christina Kessler der Aufgabe, universelle Erkenntnisse der geistigen Traditionen aufzudecken. Ihre Vision war es, zeitloses transkulturelles Lebens- und Orientierungswissen, „die Essenz der Weisheit“ herauszufiltern, in eine zeitgemäße Sprache zu übersetzen und praktisch anwendbar zu machen.

Daraus entstand die untamed-wisdom-journey, ein selbständiges Langzeit-Projekt mit Feldforschungen in verschiedenen Kulturkreisen. Prägenden Einfluss hatte dabei das Leben mit den Huichol-Indianern der Sierra Madre Mexikos, mit den Ladakhis im Himalaya sowie die Forschung über die letzten Seenomaden Südostasiens.

Von wissenschaftlicher Seite her spielte der strukturalistische Ansatz des französischen Ethnologen Claude Lévi-Strauss eine bedeutende Rolle; insbesondere die Theorien über „wildes Denken (pensée sauvage)“, Mythologie und den Zusammenhang von Natur und Kultur. Bedingt durch die Thematik waren Kesslers Forschungen jedoch stets interdisziplinär und unlösbar mit ihrem eigenen geistigen Weg verknüpft.

Tiefe Spuren hinterließen die Philosophie Raimón Panikkars, der Dialog mit dem Quantenpyhsiker Hans-Peter Dürr und die Bekanntschaft mit dem Dirigenten und Phänomenologen Sergiu Celibidache.

Siehe CK im Gespräch mit… >

 

Im Verlauf ihrer Feldforschungen erkannte Christina Kessler den enormen Einfluss von kulturellen Konditionierungen auf das In-der-Welt-Sein des Menschen. Einen freien Bezug zu diesen Konditionierungen herzustellen ist für sie daher unabdingbare Voraussetzung für die Selbstverwirklichung des Einzelnen wie auch für die neu entstehende globale Kultur.

Nach Kessler enthalten Mythologie und Ritual der Völker kodiertes Universal-Wissen über den Innenraum von Selbst, Welt und Menschheit. Es gelang ihr zu zeigen, dass dieses Wissen um eine gemeinsame Meta-Struktur – den Universellen Prozess – kreist, der sich, je nach Betrachtung, als Kosmologie, Philosophie, Psychologie, Magie, Ethik, Religion, Evolutionstheorie, Anleitung zur Selbstrealisation, zur Politik oder zum Konfliktmanagement gestaltet. Der Mythos, insbesondere der Universelle Prozess seien daher für die inneren Wissenschaften oder Bewusstseinswissenschaften, was die Quantenphysik für die Naturwissenschaften darstellt.
Die symbol-, bild- und gleichnishafte Sprache des Mythos stelle eine multidimensionale narrative und didaktische Meta-Sprache zur Verfügung, die dem rationalen Denken nicht zugänglich ist. Sie wirklich durchdringen zu können, erfordere ein holografisches (wildes) Denken. Entgegen der bisher üblichen Zuordnungen – rationales Denken/ Zivilisation/ männlich – zeigt Kessler in ihrer Theorie des „neuen Wilden Denkens“, dass rationales und wildes Denken weder kultur- noch geschlechtsspezifisch, sondern komplementär in jedem Menschen angelegt sind und daher gleichberechtigt ausgebildet werden wollen. Erst wenn dies erfüllt sei, könne man vom „neuen Bewusstsein“ sprechen.

Mehr über den wissenschaftlichen Aspekt und die  Theorie >

Neues Bewusstsein: Wende zum Wesentlichen

Die neue Bewusstseins-Ära beginnt nach Kessler mit einem verbindenden statt trennenden Denken. Unsere Zukunft stünde ganz im Zeichen von Integration, Gesundheit und der lebendigen Verbundenheit des Ganzen – anders ausgedrückt: der Liebe. Das sei nicht nur optimistisch gesehen; vielmehr bliebe der Menschheit diesmal gar keine andere Wahl: „Der Mensch der Zukunft wird ein Liebender sein – oder er wird nicht mehr sein.“ Ohne die Wende zum Wesentlichen sei die Selbstzerstörung vorprogrammiert.

Im Laufe der Jahre gelang es Christina Kessler, ihre Forschungsergebnisse methodisch in einen essentiellen und höchst modernen Weg der Selbst- und Weltrealisation umzusetzen. Die Kombination ihrer eigenen Erkenntnisse mit spirituellen Unterweisungen in unterschiedlichen Kulturkreisen und einer Reihe „westlicher“ therapeutischer Ausbildungen erwies sich als äußerst hilfreich dabei. Sie stellte das Werkzeug zur Verfügung und ebenso das Know-how für das Erstellen eigener Methoden und Techniken.

Die Spezifika der Amo-Methodik und Didaktik sind

  1. Diagnose und Überwindung von kulturellen Konditionierungen und Ethnozentrismus;
  2. Zugang zu lösungsorientierten Strategien anderer Kulturen – Brücken bauen;
  3. Training von Intuition, Kreativität, fluider Intelligenz und subtiler Wahrnehmung durch wildes Denken;
  4. Integration des gesamten Spektrums des Bewusstseins und aller Formen der Intelligenz durch die Kombination von Wissenschaft, Mindtraining, Körper- und Energiearbeit;
  5. Universale Standortbestimmung – Situation, Ursachen, Konsequenzen – anhand des Universellen Prozesses;
  6. Philosophie und Praxis der Liebe – Amosophie: Empathische Kommunikation und liebender Dialog. Mediation statt Krieg. Herzensqualitäten als intrinsische und globale Werte.

Seit dem Erscheinen ihres Buches amo ergo sum – ich liebe, also bin ich (2002) arbeitet und unterrichtet Christina Kessler im Rahmen ihres eigenen Ansatzes, dessen hoher Praxiswert sich in ihren Trainings und im Coaching bald herausstellte.

Unter ihrem Credo „amo ergo sum“ wurde ihre Arbeit auch bekannt. Mehr über die Praxis >

Christina Kessler ist Autorin essentieller Bücher über das neue Bewusstsein.

Sie ist Referentin auf internationalen Symposien sowie an Universitäten und Bildungseinrichtungen. Daneben arbeitet sie als interkulturelle Mediatorin.
Ihre Philosophie und ihre prozesshafte Methode flossen bereits in viele Bereiche ein: Heilkunde, Erziehung, Kommunikation, neue Gesellschaftsentwürfe, Bewusstseinsforschung, Friedensarbeit...

2008 wurde ihr Werk mit dem internationalen Otto-Mainzer-Preis, New York, ausgezeichnet.

 

Wir unterstützen
Survival International

survivelEine globale Bewegung für die Rechte indigener Völker.
www.survivalinternational.de