Im Gespräch mit…

Ein Ansatz lebt nie durch sich allein. Er ruht immer auf den Schultern seiner Vorgänger. Daher möchte ich an dieser Stelle jenen Menschen danken, deren Wirken meine Arbeit maßgeblich beeinflusste.


Sergiu Celibidache

Celi war mein Mentor. Als er starb, hatte ich gerade den Koffer gepackt, um ihn in Paris zu besuchen.
Sein Geist, seine Musik und seine absolute Selbsttreue öffneten mir die Tore zum Verständnis von authentischem Ausdruck. Wirkliche Authentzität geht über das Persönliche hinaus. Sie ist zugleich Ausdruck einer höheren Kreativität, die das universale Bewusstsein zu berühren und zu wecken vermag.
Durch Celis „Phänomenologie der Musik“ lernte ich zum ersten Mal die Bedeutung des immateriellen (Zwischen-)Raums kennen. Er war Meister darin, die Stille zwischen den Tönen bis zur äußersten Spannung auszudehnen, so lang, dass der Zuhörer das Schwingen der Leere selbst zu fühlen begann. Durch diese Kunst gelang es ihm, selbst einem großen Publikum von mehreren tausend Menschen die geistige Dimension nahe zu bringen.
Celi sagte, es gebe keine Interpretation der Musik. In der Musik gehe es auf der einen Seite darum, was im Material drin sei, was man gar nicht interpretieren könne oder dürfe! Auf der anderen Seite gehe es um die Beziehung zwischen dem, was das Material bewege und dem menschlichen Bewusstsein. Musik sei Bewegung. Alles, was sich letztlich bewege, sei unser Bewusstsein. Seine Aussagen kann man auf alle inneren Wissenschaften übertragen, insbesondere auf die Mythologie. Musik und Mythologie sind Meta-Sprachen. Das Rationale mit seinem Drang begreifen und Sinn ein für alle Mal festlegen zu wollen, ist nicht das geeignete Medium für die Erfahrung des Innenraums. Im Gegenteil: es blockiert diese Erfahrung sogar erheblich und beschneidet die Größe jedes Materials, das sich um Einheit und Ganzheit bewegt.
Dies war auch der Grund, warum Celi eine Abneigung gegen jegliches kommerzielle Ausschlachten von Kunst hatte und Studioaufnahmen ablehnte. Er war Gegner des Konsums, leidenschaftlicher Verfechter des echten, lebendigen, direkten Erlebens durch unmittelbares In-Beziehung-Treten im Hier und Jetzt. Seine Konzerte waren mystische Erlebnisse.
Nicht nur für mich war er einer der größten Dirigenten aller Zeiten.


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„Musik kommt aus der Stille und kehrt in die Stille zurück.“

Sergiu Celibidache

Hans-Peter Dürr

Der Dialog mit dem großen Physiker, Aktivisten und Menschenfreund Hans-Peter Dürr hat mich und meine Arbeit entscheidend geprägt und meinen Ansatz von der naturwissenschaftlichen Seite her enorm bestärkt. Ihm ist das Buch „Wilder Geist, wildes Herz – Kompass in stürmischen Zeiten“ gewidmet. Der Nobelpreisträger und Träger des Alternativen Nobelpreises war und ist ein wildes Herz und ein ebenso wilder Geist.

Er ist der „Bodhisattva der Naturwissenschaften“, wie ihn unser gemeinsamer Freund, der Sprachphilosoph Roland Ropers einmal bezeichnete; dieser Beiname ging bereits in die Literatur ein.


Raimón Panikkar

Ebenso großer Dank gilt dem Universal-Gelehrten Raimón Panikkar.

Ich hatte das Glück, ihn bereits als Studentin kennenlernen zu dürfen. Obwohl ich nicht regulär bei ihm studierte, war er einer meiner bedeutendsten Lehrer. Seine Gedanken hinterließen tiefe Spuren in meiner Arbeit, besonders sein Plädoyer für die „Rückkehr zum Mythos“ – was gleichbedeutend ist mit der „Rückkehr zum wilden Denken.“


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Ken Wilber

Ken Wilber empfand ich lange Jahre als geistigen Verwandten. Eine Zeitlang war es so, dass meine eigenen Erkenntnisse bis aufs Detail den seinen glichen – wie ich sie aus seinen Büchern kannte. Der Besuch bei ihm in Denver zusammen mit Anne Devillard war deshalb ein Highlight. Durch die zunehmende Arbeit mit der „Einen Bewegung“/dem Universellen Prozess und dem wilden Denken erlebte meine Arbeit eine Wende. Die Theorie gestaltete sich plötzlich radikal einfach. Zwingend wurde dagegen die Praxis, das Sich-Bewegen mit dem Universellen Prozess. Wenn Wilbers Arbeit die Landkarte des Bewusstseins liefert, so ist der Universelle Prozess der Kompass. Und ich möchte sogar noch weiter gehen und sagen: der unverzichtbare Kompass.

Lesen Sie hier das Interview, das wir damals geführt haben. Es wurde in vielen Magazinen veröffentlicht. Passagen des Dialogs finden sich auch in: Ken Wilber. Im Auge des Hurrikans bist du sicher, Hrsg. Marianne Oesterreicher (Herder Spektrum, Freiburg, 2005).


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Interview mit Ken Wilber
Ken Wilber Unplugged >
Denver, 5/2002

Rupert Sheldrake

Vielen Pionieren des neuen ganzheitlichen Weltbilds begegne ich auf Symposien und Kongressen immer wieder, so auch dem englischen Biologen Rupert Sheldrake. Seiner Theorie der morphogenetischen Felder kann ich aus der Sicht meiner Forschungen nur zustimmen und seine Experimente zum Phänomen der Telepathie durch eigene Erfahrungen bestätigen.

In der Holistischen Energie- und AtemLehre (HEAL) spielen diese Felder eine enorme Rolle. Es ist mir gelungen, sie in Übungen erfahrbar zu machen und durch spezielle Methoden für die Praxis aufzuschließen. Diese Methoden spielen in meinen Trainings eine große Rolle bei der Schulung der Intuition und beim energetischen Heilen.

Artikel „Seele und morphogenetische Felder“. Garmisch 10/2001. Erschienen in zahlreichen Zeitschriften sowie in: Heilung aus der Mitte, Anne Devillard (Driediger, 2008).


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Interview mit Rupert Sheldrake
Seele und morphogenetische Felder >
Garmisch, 12/2001

Frédérick Leboyer

Selbstrealisation beginnt nicht erst ab 40, wenn das Hadern mit dem eigenen Schicksal bereits zum Alltag gehört und man aus lauter Verzweiflung mit dem bisherigen Lebensentwurf bricht. Entscheidende Weichen werden schon bei der Empfängnis, in der Schwangerschaft und während der Geburt eines Kindes gestellt. Gerade das Geburtserlebnis ist prägend für die spätere Lebenseinstellung. Viele Kulturen legen deshalb größten Wert auf den bewussten Empfang des neuen Menschen auf der Welt und in der sozialen Gemeinschaft.

Dem Vater der sanften Geburt Frédérick Leboyer kommt innerhalb der Amosophie eine besondere Stellung zu. Er ist sozusagen ein Kollege. Auf seinen Reisen nach Indien und China, angeregt durch das Studium der großen Weisheitslehren, erhielt er Inspirationen für eine andere Sichtweise von Schwangerschaft, Geburt und Mutterschaft. Damit bereicherte er die westliche Geburtshilfe um eine neue Dimension, denn seine Botschaft lautet: Die Geburt kann ein ekstatisches Fest für die Frau und eine Freude für den Neuankömmling sein.

Auch die Amosophie schult eine Einstellung zum Leben, die Achtsamkeit, Mitgefühl, Fürsorge, Sanftheit und überhaupt alle Herzensqualitäten kultiviert – die „weiblichen“ Werte also, soft skills. Das Leben soll eine Feier sein, und das Feiern nicht länger auf die Zukunft verschoben werden. Am Ende seines physischen Lebens sollte jeder Mensch sagen können: „Ich habe gelebt. Ich habe geliebt. Ich habe aus dem Vollen geschöpft. Ich bin dankbar.“

Themen wie diese sind Teil der LOVE RULES und der FAMILY RULES, der Trainings für Paare und Familien: liebende Bewusstheit von Anfang an.

Das Mysterium der Geburt. Dinkelscherben, 6/1999.
Erschienen in: Natur und Heilen 7/1999, sowie in: Heilung aus der Mitte, Anne Devillard (Driediger, 2008).


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Interview mit Frédérick Leboyer
Das Fest der Geburt >
Dinkelscherben, 06/1999

Jetsun Pema

Im Sommer 1998 besuchten Anne Devillard und ich Jetsun Pema in Dharamsala. Dort hat die Schwester des Dalai Lama eine Schule für Flüchtings- und Waisenkinder aus Tibet gegründet. Nach modernsten didaktischen Lernmethoden gelang es ihr eine völlig neue Erziehungskultur zu verwirklichen. „Unsere Kinder sind das Saatgut der Zukunft“, sagt sie. Im Gegensatz zu unserer westlichen Haltung „Nach mir die Sintflut“, schenkt man den Kinder in Tibet die größte Achtsamkeit, Sorge und Pflege. Denn dort stehen sie für den Fortbestand von Kultur, Entwicklung und Gesellschaft.

Diese Gespräche wurden in der Anthologie „Heilung aus der Mitte“ von Anne Devillard (2008) sowie in zahlreichen Magazinen veröffentlicht.


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Artikel über
Die Schwester des Dalai Lama >
Dharamsala, 08/1998